Soldaten mit Tattoo (k)ein Problem?

Soldaten mit Tattoos bei der Bundeswehr – immer noch problematisch?

Der Haar- und Bart-Erlass bei der Bundeswehr hat in der Vergangenheit für viel Aufregung unter Soldatinnen und Soldaten mit Tattoos gesorgt. Denn er schrieb ursprünglich vor, dass alle Tattoos am Körper abgedeckt sein müssen, sogar bei Schwimmprüfungen. Dagegen protestierten tätowierte Truppenteile der Bundeswehr lange & heftig. Make-up auf Tattoos mache z. B. im Einsatz oder bei Schwimmprüfungen keinen Sinn, so die Argumentation der Protestierenden. Dies fand Gehör. Es kam zu einer Änderung des Bart- & Haar-Erlasses der Bundeswehr.

Problem Haar- & Bart-Erlass

Der Haar- und Bart-Erlass wurde etwas aufgeweicht. Jetzt dürfen Soldatinnen und Soldaten unter Ausschluss der Öffentlichkeit ihre Tattoos zeigen. Dies gilt also z.B. im Einsatz, auf Schiffen, in der Kaserne etc. Hier findest du die aktuelle Fassung des Haar- & Bart-Erlasses.

Soldat mit Tattoo (Symbolbild)
Soldat mit Tattoo (Symbolbild)

Diskriminierung durch Vorgesetzte

Damit ist die Diskriminierung von Tätowierten bei der Bundeswehr aber nicht beendet. Denn viele Soldatinnen und Soldaten gerade mit deutlich sichtbaren Tattoos sind nach wie vor mindestens unterschwelligen bzw. indirekten Diskriminierungen ausgesetzt. So berichtet der Radiosender NDR Info über als grundlos empfundenen, schlechtere Bewertungen durch  Vorgesetzte. Die tätowierten Betroffenen machen dafür Vorurteile gegenüber Trägern von Tattoos verantwortlich. Darüber berichtet aktuell der Podcast Streitkräfte & Strategien von NDR Info.

Soldaten & Polizisten

In der aktuellen Folge von Streitkräfte & Strategien wird auch der Umgang mit Tattoos bei der Polizei noch einmal beleuchtet. Die aktuellsten Urteile zur Einstellung von Bewerbern mit Tattoos bei der Polizei werden auch besprochen. So wird Polizisten bei der Polizei Hamburg bis heute vorgeschrieben, dass alle Tattoos abgedeckt sein müssen. Auch im Hochsommer müssen Polizistinnen und Polizisten mit Tattoos also langärmlige Hemden tragen. Andere Bundesländer sind da weiter. Dennoch wurde einem Polizisten in Bayern untersagt, sich ein Tattoo auf dem Unterarm stechen zu lassen. Wir hatten bereits darüber berichtet.

Hast du Fragen zu Tattoos im Dienst? Immer her damit!

Übrigens: Wer sich eingehender für das Thema interessiert, für den gilt weiterhin: Die Dissertation „Das äußere Erscheinungsbild von Beamtenbewerbern“ von Dr. Steffen Schmidt lesen, erschienen im Nomos Verlag, Schriften zum öffentlichen Dienstrecht Nr. 6. Dr. Steffen Schmidt war so freundlich, uns ein Rezensionsexemplar überlassen. Danke!

(Autor: Lars Rieck)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.